Auf großer Fahrt in Schweden

 

Impressionen eine Reise im Norden. Ja, eine gewisse Begeisterung für einfaches Leben muss man schon mitbringen, wenn man drei Wochen durch die Wildnis Jämtlands (nördliches Schweden) paddeln möchte. Tatsächlich haben wir im Juli 2009 sogar noch weiter „oben“ in Norwegen begonnen. Bei Dauerregen haben wir erstmal zwei Tage ausgehalten und ernsthaft erwogen, den Kanuverleiher zu bitten, uns wieder zurück zu holen. Als er dann da war, haben wir ihm Pfannkuchen gebraten und ihn wieder nach Hause geschickt. So schnell wollten wir dann doch nicht aufgeben.

Lagerfeuer mit Dreibein

Lagerfeuer mit Dreibein und Gummistiefel

Das wurde belohnt!  Bald besserte sich das Wetter und wir konnten die ersten Versuchsrunden mit den großen Booten drehen.  Ein „kleiner“ Wasserfall störte uns dabei wenig.  Als Wildwasserkanuten sind wir da Einiges gewöhnt.

Wasserfall im JuleströmmenWasserfall im Juleströmmen

Und dann ging es los .  Auf großen Seen und kleinen Durchfahrten, Portagen, die wir nur mit Kanuwagen meisterten.

 

Portagen sind Schweiß treibend

Herrliche Plätze fanden wir, mit Blaubeeren, die uns beim „Geschäft“ im Wald in den Mund wuchsen, mit Birkenpilzen, Steinpilzen, Multebeeren (Nein, wo wir die gefunden haben, verraten wir natürlich nicht!).

Das Seensystem Hotagen ist aufgestaut.  Bäume leben nicht lange, wenn sie im Wasser stehen

Das Seensystem Hotagen ist aufgestaut. Bäume leben nicht lange, wenn sie im Wasser stehen

An drei Nestern von „Fischadlern“ kamen wir vorbei.  Mächtige Raubvögel, von denen uns ein Wächter erzählte, sie jagten immer weit weg von ihrer Heimatinsel.  Die Horste erkannten wir bald von Weitem: Eine kleine Insel, eine abgebrochene Kiefer, da könnte ein Nest drauf sein.  Und richtig, wenn wir uns näherten flogen die Altvögel in großen Kreisen und ihren markanten Ruf ausstoßend auf und flogen weg.  Die Jungtiere duckten sich meist, nur selten konnten wir ein neugierigeres Tier sehen.

Detlev versorgt uns

Detlev versorgt uns

Eine weitere Bereicherung des Speisezettels waren Barsche.  Alle Angler verachten Barsche, erklärte uns Detlev, der Einzige, der mit Rute und Angelkarte ausgerüstet war.  Verstehen konnte das von uns Supermarkt-Fischern niemand.  Die Barsche sind auf offenem Feuer oder in der Pfanne gebraten wunderbar lecker.  Und wo ich gerade bei Supermarkt bin: Da es inzwischen in Schweden ein „Mittelbier“ mit 3,5 % Alkohol gibt, das auch in normalen Geschäften verkauft wird, konnten wir unseren deutschen Gepflogenheiten frönen.  Am Abend ein, zwei Büchsen Bier…  zum Fisch…  und manchmal gab’s sogar noch einen tollen Himmel dazu.

 

Stimmung wie aus dem Bilderbuch - und kein künstliches Geräusch zu hören

Stimmung wie aus dem Bilderbuch – und kein künstliches Geräusch zu hören

 

Der Mond - man glaubt es kaum

Der Mond – man glaubt es kaum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider geht jede Fahrt zu Ende und Mitte August, die Tage waren schon wieder spürbar kürzer, fuhren wir in den Fluß Hårkan ein.  Diese letzten Meilen (eine schwedische Meile entspricht 10 km) gingen flott.

Das Wetter wird wieder schlechter

 

Rastplatz an einer Portage mit Schutzhütte

 

Ein Tarp bietet Schutz vor Sonne oder vor Regen, je nachdem.

Eine wunderbare Reise und das Paddeln war bei Weitem nicht so anstrengend, wie wir das befürchtet hatten.

 

P.S. Den Verleih für diese Reise machte natürlich nicht der TeamKraft-Kanuverleih.  Wir bekamen die Boote von Ove Djurberg am Campigplatz in Lit, der uns auch im Landrover zum Einsatz fuhr.  Olof Matthaei vom TeamKraft-Kanuverleih bietet den gleichen Service hier in Nordrhien-Westfalen.

Post navigation